Gepostet im Juni, 2015

Tapas vom feinsten in der Plaza Nueva

Tapas vom feinsten in der Plaza Nueva

By am Jun 27, 2015 in Architektur, Gastronomie | 0 comments

Dieser rechteckige „Neue Platz“, gebaut während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einem puristischen Stil, wie es üblich bei anderen Plätze spanischer Städte des gleichen Zeitalters war (Madrid, Salamanca, Palma de Mallorca, usw.), ist obligatorische Haltestelle in jedem Rundgang durch Bilbao. Manchmal habe ich erlebt, wie ein Kreuzfahrttourist, gerade nach Anlandung, mich im Bus fragte, ob ein Aufenthalt am Neuen Platz in der Altstadt von Bilbao geplant ist. Unter den Arkaden sind Restaurants, Caffees, Kantinen, kleine Geschäfte, und gleich da vorne belebte Terrassen, die wie ein Magnet sowohl auf einheimisches Publikum wie auf den Fremdenverkehr wirken. Siehe Stadtkarte hier. Zusätzlich zu längst etablierten Lokals (Victor Montes, Café Bilbao), sind neulich ein paar Plätze geöffnet worden, die noch mehr Leben zum Neuen Platz bringen. In all diesen Lokals kann der Besucher die hochwertig zubereitete Varietät der spanische Tapa genießen, die man hier Pintxo nennt. Und das in unübersichtlicher Fülle. Hat der Besucher Zeit -was nicht immer der Fall ist beim strengen Zeitplan der Kreuzfahrtausflüge- dann präsentiert sich die Qual der Wahl: wie machen die Bilbainos überhaupt, um alles was man auf der Theke sieht, zu essen? Vielleicht hätten Sie Lust, zu Hilfe zu...

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Berichtigung zu Humboldt

By am Jun 23, 2015 in Ohne Kategorie | 0 comments

In bezug auf einen früheren Eintrag dieses Blogs macht mir der Journalist und Historiker Ingo Niebel die wichtige Bemerkung, dass nicht Alexander, sondern sein Bruder Wilhelm von Humboldt (Potsdam, 22. Juli 1767 – Berlin Tegel, 8. April 1835) der berühmte Baskenlandreisende Anfang des 19. Jahrhunderts gewesen ist. Daher diese Berichtigung. Zusätzlich zur Klärung dieses Sachverhalts möchte ich einen interessanten Link anbieten zu einer kommentierten Zusammenfassung von der Forschungsarbeit dieses preußischen Anthropologen und Sprachwissenschaftlers zur Landschaft, Geschichte, Sprache und zu den Gesetzen und Einrichtungen der Basken. Seit Von Humboldts Zeit sind mehr als zwei Jahrhunderte verstrichen. Selbstverständlich wären seine wissenschaftlichen Studien heute als Reiseleiter nicht mehr tauglich. Aber wenn Sie gerade im Flugzeug nach Bilbao sitzen und Lust darauf haben, dann nehmen Sie ruhig einen Laptop oder eine Tablette und lesen Sie, als geistige Vorbereitung Ihrer Reise, diesen Vortrag zur Arbeit eines der ersten Forschers von internationalem Ruf, der sich mit der baskischen Kultur befaßt...

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Bodega mitten in der Stadt

Bodega mitten in der Stadt

By am Jun 22, 2015 in Gastronomie | 0 comments

Um eine richtige Weinkellerei zu erleben, mit Fässern, Flaschengerüst, zunftgemäßer Ausstattung und angebauter Kantine, ist von Bilbao aus eine lange Strecke zu machen, etwa nach Haro, Burgos oder die alavesische Rioja im Süden Baskenland. Was aber zum Konzept solch eines Betriebs in der Gran Vía oder Hauptallee der Stadt, selbstverständlich nicht an Rebfeldern anliegend, dafür aber mit moderner Technik und sämtlichen Raffinierungen des modernen städtischen Lebens versehen? Bodega Urbana ist ein Projekt nach diesem innovativen Geschäftsmodell: Wein näher an das Publikum zu bringen, nicht nur dem erfahrenen Kenner und dem Laien, sondern auch denen, die in der Stadt für eine kurze Zeit unterwegs sind (Kongreßbesucher, Geschäftsleute, Touristen) und nicht die Gelegenheit haben, Richtung Inland in Suche einer traditionellen spanischen Weinkellerei zu fahren. Verschiedene Rebsortenweine werden in zwölf Stahlfässern gelagert. Dem Kunden bietet sich die Chance, nicht nur nach Vorliebe zu bestellen, sondern auch seine eigene Varietät durch Mischung von verschiedenen Rebsortenweinen zu schaffen und ein einer mit personalisierter Etikette versehenen Flasche mit nach Hause zu bringen. Gesteuerte Dosiertechnik, ein gut ausgelegtes Rohrnetz und fachmännische Betreuung des Kellners -die von unverträglichen Mischungen abraten soll- ermöglichen die Durchführung des Prozeßes in perfekten Qualitäts- und Sauberkeitsverhältnissen zur vollsten Zufriedenheit des Kunden. Bodega Urbana wird damit nicht nur zu einem Versuch, Weinkultur im urbaniten Milieu zu verbreiten. Sie trägt auch dem Paradigmenwechsel des modernen Wirtschaftslebens Rechnung. Früher war unsere Welt durch ein System von fixen Referenzen organisiert: eine Arbeitsstelle für das ganze Leben, zwei oder drei rennomierte Restaurants zum Wochenende, gleiche Fernsehkanäle für alle und Standard- Massenzeitvertreibe. Heute wird im Web gesurft, nach Aufträgen gearbeitet, mit gleitender Arbeitszeit und mitten eines unübersichtlichen Angebots an Gütern, Dienstleistungen und Freizeitmöglichkeiten aller Art gelebt. Dafür muß der Kunde wirklich ein König sein, nicht nur auf der Rhetorikebene der Werbung. Er muß imstande sein, zwischen allen möglich denkbaren Alternativen zu wählen. Sogar seinen eigenen Wein zu schaffen! Zum Standort der Bodega Urbana und eine Ansicht der Umgebung, bitte diesen Link...

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Jeff Koons im Guggenheim

Jeff Koons im Guggenheim

By am Jun 18, 2015 in Architektur | 2 Kommentare

Man könnte mit Recht behaupten, die Ausstellung von Jeff Koons im Guggenheim Museum Bilbao ist ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte dieses emblematischen Gebäudes. Zum einen ist der Künstler Schöpfer des riesigen Blumenhunds Puppy, ursprünglich ein intinerantes Experiment und heute Symbol der Stadt. Zum anderen ist Jeff Koons nicht wie die anderen Prominenten der modernen Kunst. Seine Werke sind angenehm zu schauen und einfach zu interpretieren. Keine abstrakten Doppeldeutigkeiten, keine Weltuntergangmentalität, keine düstere Betrachtung des modernen Industriezeitalters trübt seine schöpferische Tätigkeit. Ganz im Gegenteil. Koons strahlt durch Transparenz, Optimismus, konstruktiven Experimentierdrang und überwältigende Lebensfreude aus. Mit dieser Ausstellung von ikonischen Objekten -darunter die berühmten „Inflatables“ oder aufblasbaren Figuren (darunter die längst zum Dauerausstellung des Museums gehörenden Tulips), der Kiepenkerl, Popeye und Easyfun– will Jeff Koons eine klare Botschaft an den Mann bringen: gegenwärtige Zeiten sind toll. Modernität hat aus mir einen erfolgreichen Künstler und eine bekannte Persönlichkeit gemacht. Warum könnte sie vom Leben nicht etwas schönes machen auch für mein Publikum, die kleine Leute auf der Straße? Gerade dies ist es, was er mit diesem Glanz, mit veredelten Flächen und all diesen Einflüssen aus dem Pop-Art, Andy Warhol und dem unvergeßlichen Tag, den er Anfang der siebziger Jahre bei Salvador Dalí verbrachte, zum Ausdruck bringen will. Die Ausstellung wurde am 9. Juni eröffnet und soll bis den 27. September dauern. Ein ausführlicher Pressebericht auf Englisch ist in der Webseite des Museums verfügbar. Hinweis: Klicken Sie auf den Internet-Verbindung auf „Puppy“ und schieben Sie das gelbe Männchen zum Marker, der die Position des Blumenhunds...

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Der Haken am Txakoli

Der Haken am Txakoli

By am Jun 15, 2015 in Gastronomie | 0 comments

Txakoli ist ein weißer, extrem trockener Wein aus dem Baskenland, den Sie beim letzten Besuch vielleicht nicht kosten könnten. Gründe dafür sind mehrere: egal, nach welcher Region Spanien man fährt, ist die Angebotspalette überall von den Gallionsfiguren im einheimischen Markt beherrscht: Rioja, Ribera del Duero, Prioratos, Jereces, Finos, auch die Ribeiros und Albariños von Galicien und so weiter. Der bescheidene, unauffällige und aus besonderen Rebsorten -die in den für eine herkömmliche Weinkultur ungünstigen Boden- und Wetterverhältnissen des Baskenlands wachsen- hergestllte Txakoli läßt sich nur mit Schwierigkeit bemerken, geschweige dann von erfolgreicher Konkurrenz im anspruchvollsten internationalen Weinmarkt. Erhältlich in drei Hauptsorten, entsprechend den jeweiligen Ursprungsgebieten -Getaria, Bizkaiko und Araba- ist Txakoli nicht gerade der beste Wein zum egenständigem Verbrauch. Aber er funktioniert ausgezeichnet als Begleitung zahlreicher Gerichte aus der baskischen Küche, besonders Fisch und Meeresfrüchte. Txakoli wurde ursprünglich von baskischen Landwirten zum Eigenkonsüm produziert. Die Entwicklung einer eigenen Ursprungsbezeichnung war aufgrund der Knappheit eine mühselige Angelegenheit, nicht frei von Zwischenfällen wegen Interessenkonflikte mit anderen Gebieten Spaniens, wo auch eine Eigenproduktion von ähnlichen Weinsorten seit Jahrhunderten stattfindet. Etikettenkrieg ist eine spannende Geschichte, von der trotzdem hier die Rede nicht sein kann. Der höhere Säuregehalt dieser Weine macht sie vielleicht ein bischen stark für einen Gaumen, der spanischen und französischen und gewöhnt wäre. Hier der Haken, egal ob Sie im Restaurant bestellen oder eine Flasche nach Hause mitbringen als Andenken Baskenlands: Txakoli muß immer kühl...

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