Jeff Koons im Guggenheim

Jeff Koons im Guggenheim

By am Jun 18, 2015 in Architektur | 2 Kommentare

puppyMan könnte mit Recht behaupten, die Ausstellung von Jeff Koons im Guggenheim Museum Bilbao ist ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte dieses emblematischen Gebäudes. Zum einen ist der Künstler Schöpfer des riesigen Blumenhunds Puppy, ursprünglich ein intinerantes Experiment und heute Symbol der Stadt. Zum anderen ist Jeff Koons nicht wie die anderen Prominenten der modernen Kunst. Seine Werke sind angenehm zu schauen und einfach zu interpretieren. Keine abstrakten Doppeldeutigkeiten, keine Weltuntergangmentalität, keine düstere Betrachtung des modernen Industriezeitalters trübt seine schöpferische Tätigkeit. Ganz im Gegenteil. Koons strahlt durch Transparenz, Optimismus, konstruktiven Experimentierdrang und überwältigende Lebensfreude aus.

Mit dieser Ausstellung von ikonischen Objekten -darunter die berühmten „Inflatables“ oder aufblasbaren Figuren (darunter die längst zum Dauerausstellung des Museums gehörenden Tulips), der Kiepenkerl, Popeye und Easyfun– will Jeff Koons eine klare Botschaft an den Mann bringen: gegenwärtige Zeiten sind toll. Modernität hat aus mir einen erfolgreichen Künstler und eine bekannte Persönlichkeit gemacht. Warum könnte sie vom Leben nicht etwas schönes machen auch für mein Publikum, die kleine Leute auf der Straße?

Gerade dies ist es, was er mit diesem Glanz, mit veredelten Flächen und all diesen Einflüssen aus dem Pop-Art, Andy Warhol und dem unvergeßlichen Tag, den er Anfang der siebziger Jahre bei Salvador Dalí verbrachte, zum Ausdruck bringen will.

Die Ausstellung wurde am 9. Juni eröffnet und soll bis den 27. September dauern. Ein ausführlicher Pressebericht auf Englisch ist in der Webseite des Museums verfügbar.

Hinweis: Klicken Sie auf den Internet-Verbindung auf „Puppy“ und schieben Sie das gelbe Männchen zum Marker, der die Position des Blumenhunds zeigt.

    2 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Lazarus,

    Ich hatte die Chance, diese Ausstellung am Montag während einer Reise nach Bilbao zu besuchen. Mit all dem was Sie schreiben bin ich einverstanden, finde ich es aber eine Schande, dass Familien mit Minderjährigen und ganze Gruppen von Schulkindern den Raum mit der Sammlung “Made in Heaven” betreten können. Nicht dass man bigott eingestellt ist, aber es gibt bei diesem Künstler meiner Ansicht nach eine ganze Menge von Exponaten vorhanden, um Elemente einzuschliessen, die sich ohne eine angemessene Betreeung im jungen Alter negativ auf den Reifeprozess der Kinder auswirken können. Freundliche Gruesse aus Osnabrück. Gratuliere wegen der Web-Seite.

    Doris Blum

    19 Juni, 2015

  2. Hallo Frau Blum,

    Da haben Sie recht. „Made in Heaven“ dem breiten Publikum zugänglich zu machen ist ein Fehler der Organisation. Für meine Begriffe hätte es eine Kontrolle geben sollen, etwa indem man die Ausstellung in einem besonderen Raum untergebracht und Minderjährigen den Eintritt geweigert hätte.

    Vielen Dank um Ihr Kommentar und Ihre Aufmerksamkeit!

    Patxi Lázaro

    19 Juni, 2015

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